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Kanuwandern in Süddeutschland

Diese 3 Kanutouren in Süddeutschland solltest du ausprobieren

Kanuwanderer auf einem Fluss in Süddeutschland.

Zum Kanuwandern ist Süddeutschland bestens geeignet. Für jeden Geschmack ist die richtige Kanutour dabei: von spritzigen Gebirgsflüssen bis zu gemächlichen Flussläufen. Auch die Infrastruktur in Bayern und Baden-Württemberg lädt zum Paddeln ein: Übernachten direkt am Fluss ist ebenso problemlos möglich, wie Anreise, Transfer oder das Umtragen an Wehren.

Ein Boot – egal ob Kanu, Kanadier oder Kajak, ein Zelt und einen wasserdichten Behälter mit passender Kleidung und Proviant: viel mehr brauchst du nicht für eine gelungene Bootstour über mehrere Tage. Das Naturerlebnis dabei ist etwas ganz besonderes. Beim Paddeln auf dem Fluss erlebst du die Landschaft aus einer ganz neuen Perspektive.

Routenplanung beim Kanuwandern

Planst du eine mehrtägig Kanutour, gibt es in Süddeutschland unzählige Möglichkeiten von sportlich bis gemütlich. Routenbeschreibungen inklusive Schwierigkeitsgrad findest du sowohl online als auch in verschiedenen Bootsführern. Wichtig ist, dass du dir ein realistisches Ziel setzt.

Dann kannst du die einzelnen Tages-Etappen planen. Wie viele Kilometer du pro Tag zurücklegst, hängt einerseits davon ab, ob du dich eher gemütlich treiben lassen willst oder es richtig laufen lässt, aber auch von der Art deines Boots sowie von der Fließgeschwindigkeit des Flusses. Plane ruhig ein bisschen Puffer ein.

Tatonka-Tipp: Gewässerkarten geben dir Auskunft über die verschiedenen Routen in deiner Wunschregion und helfen dir beim Planen von Tagesetappen. Sie geben dir auch Aufschluss über die Fließgeschwindigkeiten. Es gibt sie sowohl online als auch in gedruckter Form.

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Kanu mit zwei Kanufahrern auf dem Fluss.

Übernachten beim Kanuwandern

Bei einer mehrtägigen Kanutour bietet sich das Übernachten im Zelt an. Zwar ist Wildzelten in Deutschland verboten, an den meisten Flüssen gibt es jedoch zahlreiche legale Übernachtungsmöglichkeiten:

  • Zelt- und Campingplätze
    Wo es schöne Stellen am Wasser gibt, ist meist auch ein Campingplatz nicht weit. Ist ein Zeltplatz am Fluss gelegen, verfügt er oft über eine eigene Anlegestelle oder sogar einen eigenen Bootsverleih. Die Infrastruktur dort bietet Kanufahren den wohl besten Komfort – Sanitäranlagen sind genauso vorhanden wie verschiedene Einkehrmöglichkeiten – gleichzeitig ist das Naturerlebnis hier wohl am wenigsten ausgeprägt.
  • Bootsrastplätze
    Entlang viel befahrener Flüsse gibt es oft sogenannte Bootsratsplätze. In der Regel sind sie sehr einfach und naturnah gestaltet: eine einfach Zeltwiese direkt am Fluss, eine kleine Sanitäranlage sowie ein Trinkwasserhahn. Viele dieser Plätze sind kostenfrei, bei anderen kommt jeden Tag ein Platzwart vorbei und kassiert etwa fünf Euro pro Nacht.

  • DKV Kanustationen
    Viele Kanuvereine bieten auf ihrem Gelände Übernachtungsmöglichkeiten für Bootswanderer. Voraussetzung ist, dass du Mitglied im deutschen Kanuverband (DKV) bist. Außerdem solltest du dich vorher anmelden. Die Chancen stehen gut, dass du hier auf Gleichgesinnte triffst und einen geselligen Abend verbringen kannst. Kontaktdaten sowie den DKV-Gewässerführer findest du auf den Internetseiten des Kanuverbands in Bayern bzw. des Kanuverbands Baden-Württemberg.

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Tour 1: Kanuwandern auf der Altmühl von Gunzenhausen nach Beilngries

Besonders entspannt paddeln kannst du auf der Altmühl. Sie ist der langsamste Fluss Bayerns und damit auch für unerfahrene Bootswanderer und Kinder bestens geeignet.

Unterwegs gibt es sowohl Campingplätze als auch Bootsrastplätze, auf denen du günstig übernachten kannst. Sie liegen relativ nah beieinander. So kannst du deine Tagesetappen auch spontan planen. Bootsverleihe gibt es an fast allen wichtigen Einstiegsstellen. Weitere Informationen zum Paddeln auf der Altmühl findest du auf den Seiten des Naturparks Altmühltal.

Tour 2: Paddeln auf der Isar vom Sylvensteinsee nach Thalkirchen

Diese Tour von Lenggries bis zum Münchner Süden ist 72 Kilometer lang. Die Fließgeschwindigkeit der Isar ist ziemlich hoch. Damit sind 25 Kilometer pro Tag ohne weiteres zu schaffen und du solltest in drei Tagen am Ziel sein. Allerdings ist die Isar damit auch nur für geübte Kanuten oder innerhalb einer geführten Tour zu empfehlen. Dafür gibt es einige Anbieter, die dir auch gleich die nötige Ausrüstung zur Verfügung stellen.

Die Fahrt auf der Isar wird immer wieder durch tolle Ausblicke belohnt. Die Maßnahmen zur Renaturierung  in den letzten Jahren tragen dazu maßgeblich bei. Das türkis-blaue Wasser der Isar, vor allem im Frühjahr nach der Schneeschmelze, ist besonders faszinierend. Infos zu Bootsverleihen, Übernachtungsmöglichkeiten und sonstige Infos findest du bei der Kanu-Info Isar.

Beim Paddeln auf der Isar gibt es einiges zu beachten. Denn es gibt durchaus schwierige Stellen. Insbesondere umgestürzte Bäume können gefährlich werden: Die Strömung kann Paddler in die Äste drücken. Hast du dich erst einmal in den Ästen verfangen, hast du mitunter keine Chance eigenständig gegen die Strömung anzukommen. Auch stromabwärts kannst du nicht ausweichen und es kann passieren, dass du unter Wasser gedrückt wirst. Immer wieder geschieht es, dass Paddler auf diese Weise in gefährliche Situationen geraten und nur durch fremde Hilfe gerettet werden können.

Wichtig: Umgestürzte Bäume solltest du also immer großräumig umfahren! Es besteht Lebensgefahr.

Durch die Nähe zu München wirst du dich an sonnigen Tagen vermutlich nicht einsam fühlen bei deiner Bootwanderung auf der Isar. Ausflügler sind hier in großer Zahl unterwegs. Allerdings gibt es seit einiger Zeit strengere Regeln für das Befahren des Flusses: Luftmatratzen und kleine Schlauchboot sind verboten, es gilt eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille und Beiboote sind nicht mehr erlaubt. Die lange typischen Party-Boote rund um München dürften deshalb in Zukunft seltener zu sehen sein.

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Tour 3: Bootwandern von Hausen im Tal nach Sigmaringen

Die „junge Donau“, die durch Baden-Württemberg fließt, ist dort noch ein ziemlich beschaulicher Fluss. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass sie langweilig wäre. Bis zu 200 Meter empor ragen freigelegte Felswände aus weißem Jurakalk am Ufer der Donau bei Hausen im Tal.

Grund für diese besondere Landschaft ist die Schwäbische Alb. „Donaudurchbruch“ nennt sich der Abschnitt und genau das ist es, was hier passiert: Die Donau bricht durch die Felsen des Mittelgebirges und sorgte mit beständigem Fließen für eindrucksvolle Felsformationen.

Auf dem Abschnitt zwischen Hausen und Sigmaringen befinden sich zwei Campingplätze, zahlreiche Feuerstellen sowie ausreichend Einkehrmöglichkeiten. Auf Bootwanderer ist die Gegend also bestens eingestellt. Und wer nach einer Weile mal wieder festen Boden unter den Füßen braucht, der kann sich eine der Sehenswürdigkeiten der Gegend anschauen. Zahlreiche Burg- und Schlossruinen erinnern hier an vergangene Zeiten.

Die Tourismus-Info des Donautals gibt Auskunft über Boots-Vermietung, Unterkünfte und alles weitere, was du zum Kanuwandern auf der jungen Donau wissen musst.