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Klettern

150 Jahre Matterhorn

Gipfelsturm aufs „Horu“

150 Jahre Matterhorn - Gipfelsturm aufs Horu. Foto: Marisa04, pixabay.Foto: Marisa04, pixabay.

Zusammen mit dem bekannten Schweizer Bergführer Samuel Anthamatten bestieg unser Mitarbeiter Michi Bösiger einen der schönsten Berge der Welt – das 4478 Meter hohe Matterhorn bei Zermatt. Dabei testete er einen Alpinrucksack-Prototypen von Tatonka.

@4450 Meter

Ich steige schnell aufwärts, ohne Steigeisen auf rutschigem Grund. Meine Beine sind müde. Ich muss jeden Tritt vorsichtig setzen! Konzentriere dich, sagt eine innere Stimme, du bist kurz vor dem Ziel! Die letzten Meter noch, dann werde ich auf dem ausgesetzten Grat stehen – und ich kann ihn bereits sehen: den heiligen Bernhard, Schutzpatron aller Matterhorn-Bergsteiger. Die bronzene Statue sitzt unterhalb des Schweizer Gipfels im Schnee und schaut stumm auf die Alpinisten herab. Wer an ihr vorbei kommt, hat es geschafft. Minuten später stehe ich auf dem 4.478 Meter hohen Matterhorn – für viele der schönste Berg dieser Erde.

Emotionen überfallen mich. So viele Male sah ich diesen Berg von allen Seiten. Und nun kann ich von hier oben mehr als 30 Viertausender, Zermatt und die Welt sehen, die mir zu Füßen liegt.

Die Matterhorn-Besteigung, am Tag zuvor

Die Hörnlihütte am Fuße des Matterhorn auf 3260 Meter Höhe ist die wahrscheinlich berühmteste Berghütte der Alpen. Von hier erklimmen Alpinisten aus aller Welt den bei den Einheimischen „Horu“ genannten Berg.

Dieses Jahr feiert Zermatt die 150-jährige Erstbesteigung dieser berühmten Ikone.

16 Uhr Die Tagesgäste sind ins Tal nach Zermatt zurückgekehrt. Nur noch die Bergsteiger bleiben hier oder treffen nach und nach auf der Hütte ein. Die Stimmung ändert sich, aus Plausch-Geschwätz wird professionelles Fachgespräch. Viele sitzen draußen auf der Veranda und blicken schweigend oder in Gruppen diskutierend hinauf zum Gipfel dieses gewaltigen Massivs.

18.30 Uhr Bergführer-Apero. Zermatter und auswärtige Führer besprechen die Wetterlage, die sichersten Aufstiegsvarianten und aktuelle Verhältnisse am Berg.

19 Uhr Gemeinsames Abendessen. Die Bergführer lernen ihre Gäste kennen, es wird gescherzt. Alle versuchen, so viel wie möglich zu trinken, das ist wichtig in dieser Höhe und sicher auch nützlich für die kommende Anstrengung morgen. Mein Bergführer ist Samuel Anthamatten, einer der bekanntesten und ambitioniertesten jungen Wilden. Er kam erst kürzlich von seiner erfolgreichen Cerro Torre-Expedition zurück.

20 Uhr Rucksack packen, alles was nicht absolut nötig ist, wird hier deponiert. Der leichte Tatonka-Rucksack erweist sich als top! Lightweight gilt hier als oberstes Gebot. Der Aufstieg benötigt immerhin ca. fünf Stunden und dann alles wieder zurück in ca. drei Stunden.

21.30 Uhr Bettzeit. Die Alpinisten versuchen zu schlafen oder die Gedanken zu ordnen.

03.30 Uhr Tagwacht. In komplett angezogener Ausrüstung und in Stille stärken sich alle beim Frühstück. Kurz danach: Die Zweier-Seilschaften stehen vor der Eingangstüre und warten nervös und angespannt.

03.50 Uhr Der Hüttenwart öffnet die Türe und alle schreiten los, angeseilt und in genau der vorher besprochenen Reihenfolge. Wir als Erste, da Samuel hier der erfahrenste Bergführer ist.

Schon nach einigen hundert Metern beginnt die Kletterei in völliger Dunkelheit an einer zuerst senkrechten Wand mit guten Griffen am Fels. Tempo, wir sind die vorderste Seilschaft. Weiter geht’s auf einem sehr schmalen, steilen Pfad, der sich mit Kletterstellen abwechselt. Immer steiler wird es, noch ist es sehr dunkel, nur die Stirnlampen zeigen uns die Tritte und Griffe. Ich spüre bereits die Ausgesetztheit, in der wir uns befinden. Bloß keinen Fehltritt! Samuel und ich klettern fast alles am Kurzseil, da wir beide bergerfahren sind.

Das bedeutet Zeitersparnis. Fotografieren, Klettern und das ohne „Stop and Go“ -Verhalten – ein echt schwieriges Unterfangen!

Immer wieder verklettern sich Seilschaften, die Samuel zurückpfeift. Jetzt verstehe ich die Aussage, dass die Routenfindung am Matterhorn echt schwierig ist und nahezu täglich die „Air Zermatt“ mit großem Aufwand per Helikopter Alpinisten von diesem Berg retten muss.

Steinschlag! Dem Felsrutsch knapp entkommen

Plötzlich lautes Getöse, ein gewaltiges Rumpeln, schwierig zu erahnen, wo das ist -wir hechten unter einen Überhang. Die ersten Steine fliegen wie Geschosse zischend über uns hinweg. Ein großer, breiter Felsrutsch knapp links von uns hat sich gelöst. Mir zittern die Knie. Das war knapp. Ein klares Zeichen, dass wir uns für die richtige Route entschieden haben.

Nach zwei Stunden erblicken wir das im steilen Fels gebaute Biwak auf 4000 Meter. Noch heißt es aber, Kletterstellen im senkrechten, ausgesetzten Fels zu packen. Zu meiner Überraschung klettern wir vorbei am Solvaybiwak. Samuel wählt eine offensichtlich den anderen Alpinisten unbekannte Klettervariante, so überholen wir wieder die zwei Seilschaften, die kurz vorher an uns vorbeiflitzten.

Das intensive Farbenschauspiel des Sonnenaufgangs beginnt. Ein unbeschreiblicher Moment! Wir befinden uns knapp unterhalb der sogenannten Schulter. Ich bin froh, dass wir uns endlich ein Paar Schluck Tee und einen Riegel gönnen. Wir deponieren die Steigeisen hier im Fels, da wir mittlerweile sicher sind, sie nicht gebrauchen zu können. Am Berg ist weder vernünftiges Eis noch Schnee zu erkennen.

Weiter, immer weiter bis zum Gipfel

Nach viel zu kurzer Rast klettern wir weiter in der Wand, später direkt auf der ausgesetzten Krete, immer am kurzen Seil. Bis zu den Fixseilen und der überhängenden Stelle, die wir problemlos meistern. Dann der Gipfel.

Ein schmaler Grat führt weiter zum tiefer gelegenen italienischen Gipfel, auf dem das Eisenkreuz steht. Der konzentrierte Abstieg und die Abkletterei zehren an meinen Kräften. Als kurze Erholung seilen wir ab und zu ab.

Endlich erreichen wir wieder die Hörnlihütte. Ich fühle mich glücklich, aber ausgepowert. Das Gipfelbier ist schnell leergetrunken. Der Abstieg nach Zermatt steht mir noch bevor.

Fotos, Text @ Michi Bösiger

Es empfiehlt sich, diese Tour mit einem einheimischen Bergführer zu begehen.

www.alpincenter-zermatt.ch

Ausrüstungsliste für die Matterhorn-Besteigung

  • leichter Alpinrucksack, zum Beispiel Cebus 35 von Tatonka
  • Thermosflasche für warme Getränke, zum Beispiel Hot&Cold Stuff von Tatonka
  • leichte und robuste Berghose, zum Beispiel Bowles Pants von Tatonka
  • leichte Softshell-Jacke
  • Wetterjacke (Hardshell), zum Beispiel Twain Jacket von Tatonka
  • Mütze, Handschuhe
  • technische Ausrüstung (Klettergurt, Karabiner, Stirnlampe, Bergseil
  • kleine Notapotheke, zum Beispiel First Aid Basic von Tatonka
  • etwas (aber wenig!) Verpflegung für unterwegs (Nüsse, Energieriegel)
  • SAC-, DAV-Mitgliederausweis
  • ACHTUNG: Vorherige telefonische Reservierung in der Hütte ist Pflicht
  • PROFI-TIPP: Eine kleine Pet-Flasche Coca Cola ist ein Top-Energiespender
Michael Bösiger
Draußen unterwegs sein, die Natur hautnah spüren – man könnte sagen, dass ich ein echter Abenteurer bin. Auf meinen Fernreisen, beim Bergsteigen, Kajakfahren oder auf Skitouren verbinde ich Hobby und Beruf. Meine dort aktiv gesammelten Erfahrungen bringe ich nicht nur bei der Betreuung der Outdoorhändler in meiner Heimat, der Schweiz ein, sondern auch in die Entwicklung neuer Produkte. Gemeinsam mit meinem Kollegen und Produktdesigner Istvan Ladanyi konnten wir schon einige großartige Produkte kreieren. --- Being outdoors, feeling nature up close - you could say that I am a real adventurer. On my long-distance journeys, mountaineering, kayaking or ski tours I combine hobby and profession. I bring the experience I have gained there to bear not only in looking after outdoor traders in my home country, Switzerland, but also in developing new products. Together with my colleague and product designer Istvan Ladanyi we have already created some great products.
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