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Hardshell oder Softshell

Welche Outdoor-Jacke ist die richtige für deine Tour?

Hardshell oder Softshell - Was ist der Unterschied?

Was ist eigentlich eine Hardshell- und was eine Softshell-Jacke? Und welche wählst du wofür? Wie sich Hard- und Softshell-Jacken voneinander unterscheiden, erfährst du hier. Wir verraten dir außerdem, wie du Funktionsbekleidung richtig pflegst.

Wetterschutz ist die wohl wichtigste Funktion bei Outdoor-Kleidung: Eine Outdoor-Jacke soll Wind und Regen trotzen, dabei aber auch möglichst leicht sein und viel Bewegungsfreiheit ermöglichen. Bei schweißtreibenden Aktivitäten ist eine gute Atmungsaktivität gefragt, für den alpinen Einsatz oder Trekkingtouren mit schwerem Rucksack muss die Jacke besonders robust sein.

Definition Hardshell: Was sie kann…

Hardshells sind wasserdichte und atmungsaktive Jacken, in die eine leistungsstarke Membran eingearbeitet ist. Sie sorgt dafür, dass Wasser von außen nicht eindringen kann, lässt aber gleichzeitig Schweiß in Form von Wasserdampf entweichen. Je größer der Temperatur- bzw. Druckunterschied zwischen Innen- und Außenseite ist, desto besser funktioniert dieser Vorgang. Das bedeutet, dass Hardshell-Jacken ab einer Temperatur von zirka 18 Grad Celsius nicht mehr atmungsaktiv sind.

Der Oberstoff hochwertiger Hardshells besteht aus robustem, abrieb- und reißfestem Material und wird zudem durch eine Imprägnierung wasser- und schmutzabweisend ausgerüstet. Außerdem verbessert sich dadurch die Atmungsaktivität.

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Hardshells sind als Zwei- oder Dreilagenjacken erhältlich. Die funktionale Membran ist direkt mit dem Oberstoff verklebt; bei Dreilagenjacken schützt ein Innenfutter die Membran vor mechanischer Beschädigung durch Abrieb, bei Zweilagenjacken ist für diesen Zweck ein Netzfutter eingearbeitet. Auch 2,5-Lagen-Jacken gibt es, die nach dem Prinzip der Dreilagenjacken aufgebaut sind; bei ihnen allerdings wird statt durch ein Futter auf der Innenseite durch einen hauchfeinen Carbon-Film geschützt.

… und für welchen Outdoor-Einsatz man sie sich zulegen sollte

Für den alpinen Einsatz und lange Trekkingtouren mit schwerem Rucksack empfiehlt sich eine Dreilagen-Hardshelljacke, da sie auch vor starkem Regen und Schnee schützt und zudem sehr robust und langlebig ist. Viele Dreilagenjacken sind darüber hinaus für den Wintereinsatz mit einem herausnehmbaren Schneefang ausgestattet.

Eine Hardshell-Jacke eignet sich für Touren mit schwerem Rucksack.
Eignet sich für alpine Touren und Trekkingtouren mit schwerem Rucksack – Jacken aus Hardshell-Material.

Leichter und besonders atmungsaktiv ist eine Zweilagenjacke: Sie eignet sich für alle Outdoor-Aktivitäten und empfiehlt sich vor allem als sportliche Wetterjacke für den Alltag.

Für Touren, bei denen es auf jedes Gramm Gewicht ankommt, ist eine 2,5-Lagen-Jacke mit ihrem besonders kleinen Packmaß eine gute Wahl.

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Definition Softshell: Was sie ausmacht…

Als unkomplizierte Allrounder haben Softshelljacken einen festen Platz nicht nur in der Outdoor-Garderobe, sondern auch im Kleiderschrank erobert. Weich, leicht und elastisch, bietet eine Softshelljacke einen guten Tragekomfort und viel Bewegungsfreiheit. Bei ihr wird das atmungsaktive, wind- und wasserabweisende Außenmaterial mit einer aufgerauten, wärmenden Innenseite kombiniert. So eignet sich eine Softshelljacke für eine Vielzahl von Einsatzbereichen.

Durch ihre hohe Atmungsaktivität leistet sie auch bei schweißtreibenden Aktivitäten gute Dienste. Da das Außenmaterial glatt und sehr robust ist, wird eine Softshell-Jacke auch durch das Tragen eines schweren Trekkingrucksacks nicht übermäßig belastet. Im Gegensatz zu einer Hardshell-Jacke ist sie jedoch nicht wasserdicht, also wird sie keinem Dauerregen standhalten.

Eine Softshell-Jacke ist leicht, atmungsaktiv, winddicht und warm.
Leicht, atmungsaktiv, winddicht und warm – Eine Softshell-Jacke ist ein absolutes Muss auf Tour.

Je nach Qualität des Softshell-Materials kann die Isolationsleistung und die Atmungsaktivität auch variieren. Bei einer Trekkingtour kann man sogar häufig auf die Mitnahme von Fleeceteilen verzichten, da man eine Softshell-Jacke auch als wärmende Zwischenschicht unter einer Dreilagenjacke tragen kann.

Nach dem Prinzip der dreilagigen Hardshells sind auch dreilagige Softshell-Jacken aufgebaut: Sie besitzen eine NoWind-Membran und sind dadurch zu 100 Prozent winddicht und stark wasserabweisend. Eine eingearbeitete Membran verbessert die Atmungsaktivität einer Softshelljacke aber nicht: Modelle ohne Membran sind deutlich atmungsaktiver, bieten aber keinen so hohen Schutz gegen Wind und Nässe.

… und wann sie zum Einsatz kommt

Softshell-Jacken können bei vielen Outdoor-Aktivitäten statt einer Hardshell-Jacke zum Einsatz kommen. Besonders bei bewegungsintensiven Touren bieten sie einen sehr hohen Tragekomfort. Hinsichtlich Rundum-Wetterschutz und unter extremen Bedingungen sind ihnen jedoch Hardshell-Jacken immer noch überlegen.

Pflegetipps für wasserdichte und atmungsaktive Outdoorbekleidung

Da starke Verschmutzung die Funktion der Kleidungsstücke beeinträchtigt, sollten die Stücke regelmäßig, aber nicht zu häufig gereinigt werden. Bei normaler Beanspruchung und Benutzung genügt es, sie etwa vier Mal im Jahr zu waschen. Auch bei Funktionskleidung sollte man die Reiß- und Klettverschlüsse vor jeder Wäsche schließen, um sie nicht unnötig zu beanspruchen und Schäden am Stoff zu vermeiden.

Hardshell oder Softshell - Die Unterschiede.

Für die Wäsche empfehlen sich spezielle Waschmittel für Funktionsbekleidung, die unparfümiert sind und keine Rückstände hinterlassen. Eine Ausnahme bilden hier Kleidungsstücke mit einer nonporösen PU-Membran, die auch mit handelsüblichen Waschmitteln gereinigt werden können.

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Funktionale Outdoor-Kleidung sollte bei 30 Grad im Schonwaschgang gewaschen und ausreichend gespült werden, damit keine Waschmittelrückstände in der Kleidung zurückbleiben. Schleudern darf man die Kleidungsstücke nicht, um die Membran nicht zu beschädigen.

Der Oberstoff von Hardshell-Bekleidung ist zusätzlich wasser- und schmutzabweisend ausgerüstet; nach jedem Waschen sollte die Imprägnierung durch Wärmezufuhr wiederhergestellt werden, beispielsweise im Trockenraum, mit dem Föhn oder einem mit einem Stofflappen unterlegten Bügeleisen.

Nach einigen Wäschen sollte man die Imprägnierung erneuern, da sie beim Tragen abgescheuert wird beziehungweise herausgewaschen wird. Dass die Imprägnierung wiederhergestellt werden muss, erkennt man daran, dass die Wassertropfen am Oberstoff nicht mehr abperlen; die Jacke saugt sich mit Wasser voll und fühlt sich feucht an.

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Dieser Beitrag wurde im Dezember 2012 veröffentlicht und im November 2017 überarbeitet.