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Verhaltensregeln Japan

Wie du auf deiner Reise nach Japan einen guten Eindruck machst

Verhaltensregeln Japan - Frau im Kimono. Foto: tristanlai1220, pixapayFoto: tristanlai1220, pixapay

Japan ist ein klassischer Sehnsuchtsort für viele Reisende. Es gibt dort so viele neuartige Dinge zu erleben: Von pulsierenden Megacities wie Tokio bis hin zur völligen Abgeschiedenheit in der wilden Natur Hokkaidos findest du sicher etwas, was du so noch nirgendwo sonst gesehen hast. Dazu kommen kulturelle Highlights wie die faszinierende Shinto-Religion und der strikte Verhaltenskodex, der unserem manchmal so ähnelt und dann wieder völlig fremd anmutet.

Einen Kulturknigge über Japan zu schreiben, kann eine sehr umfangreiche Aufgabe sein. Im Land der aufgehenden Sonne herrscht ein Verhaltens- und Höflichkeitssystem, dem sich auch Ausländer unterwerfen müssen. Das macht einerseits sehr viel Spaß (man reist ja, um andere Kulturen zu entdecken), andererseits ist der Umgang mit Einheimischen ein Minenfeld, in dem sorgfältig navigiert werden muss. Daher ist dieser Beitrag sicher nicht ausreichend, um dich auf deine Japan-Reise vorzubereiten. Aber er kann dir einen ersten Überblick über die wichtigsten Verhaltensregeln für Japan verschaffen.

Kommunikation

Beginnen wir bei der Kommunikation. Du wirst in Japan nicht auskommen, mit den Einheimischen zu kommunizieren. Anders als zum Beispiel in Südostasien ist Japan nicht vom Tourismus abhängig. Daher wird es Individualreisenden nicht überall mit englischsprachigen Schildern oder touristenfreundlicher Infrastruktur leicht gemacht. Höflichkeit und Respekt kann hier der Schlüssel zu so mancher Information – und zum Herzen des Auskunft gebenden – sein.

Viele Verbeugungen statt Handschlag

Zur Begrüßung umarmen sich die Japaner nicht, sondern sie verbeugen sich mit geradem Rücken. Das ist außerdem hierarchisch geregelt: Die Alten stehen über den Jüngeren, Gäste über Gastgebern, Männer über Frauen. Für Reisende bietet sich eine mittlere Verbeugung an bzw. einfach ein respektvolles Neigen des Kopfes, bis du ungefähr verstanden hast, wie dieses System funktioniert.

Wenn du deinen Gesprächspartner beim Namen nennst, hängst du ein „-san“ an den Namen an (zum Beispiel „Yuma-san“). Dies ist ein Zeichen der Höflichkeit. An den eigenen Namen fügst du jedoch nie etwas an.

Nein gibt’s nicht!

Eine besonders schwierige Besonderheit in der japanischen Kommunikation: Das Wort „Nein“ solltest du niemals verwenden, selbst, wenn du etwas wirklich verneinen willst. Dies wird als extrem unhöflich interpretiert. Die Japaner sind die Meister in der hohen Kunst des Subtexts. Du musst es irgendwie anders hinbekommen, deine Ablehnung zu kommunizieren.

Reisenden wird hier natürlich etwas mehr nachgesehen als Landsleuten. Wie in allen (asiatischen) Kulturen ist Höflichkeit der Schlüssel. Fall nicht mit der Tür ins Haus, sondern versuche, dein Anliegen dezent zu kommunizieren. Auch immer gut: Entschuldige dich für ALLES. Damit drückst du maximalen Respekt und Zurückhaltung aus.

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Visitenkarten als Teil der Persönlichkeit

Visitenkarten sind ein ganz essenzieller Teil der japanischen Identität. Du solltest unbedingt welche bei dir haben – in einwandfreiem Zustand. In Japan überreicht jeder Visitenkarten, sogar Hausfrauen. Du übergibst sie mit einer leichten Verbeugung und beiden Händen. Während eines Restaurantbesuchs bleibt die Karte auf dem Tisch liegen. Bloß keine Notizen etc. darauf machen!

Ansonsten wird, wie in Deutschland, Pünktlichkeit großgeschrieben: Komm nicht zu spät, aber auch nicht zu früh. Eine weitere Kuriosität: Japaner lächeln und verbeugen sich beim Telefonieren! Sie sind der Auffassung, dass der Gesprächspartner das mitbekommt.

Als Gast zu Hause

Wenn du nach Hause eingeladen wirst, zieh deine Schuhe aus, bevor du eintrittst. Achte dabei darauf, dass die Schuhspitzen zur Eingangstür zeigen. Oft erhältst du Hauspantoffeln, die du aber vor dem Betreten von Reismatten wieder abstreifen solltest. Daher ist es auch wichtig, dass deine Socken keine Löcher haben und deine Füße geruchslos sind. Ganz wichtig: Es gibt Toilettenpantoffeln – diese musst du nach Benutzung der Toilette aber unbedingt wieder ausziehen!

Du wirst dich sicher interessiert im Heim deines Gastgebers umsehen wollen. Das ist grundsätzlich kein Problem, aber bitte beachte: Wenn du besonderes Interesse für einen Gegenstand in der Wohnung zeigst, nötigst du den Gastgeber damit unbewusst, dir das Objekt der Begierde zu schenken. Sei daher zurückhaltend.

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Das passende Gastgeschenk

Wenn du ein Gastgeschenk mitbringst (was wir dir sehr empfehlen!), achte darauf, dass es nicht zu teuer und nicht zu günstig ist. Punkten wirst du mit „typisch deutschem“ Kitsch, für Schrecken sorgst du, wenn du Quartette (Unglückszahl 4), weiße Blumen (Farbe der Trauer) oder Scheren (steht für das Lösen der Freundschaftsbande) mitbringst. Überreiche dein Geschenk außerdem mit beiden Händen, um zu zeigen, dass es von Herzen kommt.

Generell: Nutze beide Hände, wenn du Dinge übergibst. Auch bei Geld und besonders bei Visitenkarten wäre alles andere grob unhöflich.

Beim Essen

Die japanische Küche ist eine der besten der Welt. Sie zu erkunden kommt jedoch – natürlich – mit einer Menge Regeln und Fettnäpfchen, in die du treten könntest. Suppen zum Beispiel werden nicht gelöffelt, sondern geschlürft. Das ist sehr konträr zu europäischen Essgewohnheiten, aber in Japan gehört es zum guten Ton. Du nimmst außerdem Reis- und Suppenschüsseln in die Hand und schiebst dir das Essen mit den Stäbchen in den Mund. So vermeidest du peinliches Kleckern.

Ein grober Fauxpas ist es, deine Stäbchen senkrecht ins Essen zu stecken. Das ist Opfergaben für Verstorbene vorbehalten. Lege deine Stäbchen neben die Schüssel, wenn du sie gerade nicht brauchst.

Dein Getränk solltest du niemals selbst nachfüllen. Das übernimmt dein Gesprächspartner – und du im Gegenzug für ihn. Wenn du nichts mehr möchtest, lass dein Glas halbvoll stehen. Übrigens ist es im betrunkenen Zustand in Ordnung, seine Meinung unverblümt zu sagen – aber nur dann!

In Japan wird kein Trinkgeld gegeben. Es wird davon ausgegangen, dass der Service grundsätzlich gut ist. Genauso zählst du dein Wechselgeld bitte nicht direkt vor dem Verkäufer nach, weil er das als Misstrauen interpretieren könnte – und du ihn so sein Gesicht verlieren lässt.

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In der Öffentlichkeit

Eine Verhaltensregel, die fast unmenschliche Disziplin erfordert: Niemals in der Öffentlichkeit niesen! Auch Naseputzen in der Öffentlichkeit ist verpönt. Ziehe dich an einen stillen Ort zurück, um dich zu schnäuzen, wie zum Beispiel eine Toilette.

Auch Essen ist in der Öffentlichkeit nicht gern gesehen. Im Zug sein Bento essen ist in Ordnung, aber ganz bestimmt kein Fisch-Sandwich mit viel Sauce oder andere, kleckeranfällige Speisen.

Contenance!

Und genauso wie in ganz Asien sind in Japan übertriebene Gefühlsausbrüche nicht gern gesehen. Sollte etwas nicht nach Plan verlaufen, solltest du unbedingt Ruhe bewahren. Erstens ändert sich an der Situation auch durch einen Wutausbruch selten etwas und zweitens verlierst du so dein Gesicht vor den Japanern – und dann wird dir erst recht nicht mehr geholfen.

Du siehst, Japan ist eine kulturelle Herausforderung – aber eine, die sich lohnt. Dieses Land ermöglicht es dir, wirklich in eine fremde Kultur einzutauchen und etwas Neues zu lernen. Wir wünschen dir viel Spaß auf deiner Entdeckungstour!

Nähere Informationen zu Japan mit Reisehinweisen und Adressen zu deutschen Vertretungen findest du auf der Website des Auswärtigen Amtes.